
Freude am Glauben öffnete Herzen
Evangelische Frauen verabschiedeten Stephanie Franz in Herborn
DARMSTADT, 5. Oktober 2009. Der Landesverband der Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau hat Stephanie Franz, die seit 2005 Referentin für Frauen Bildung Spiritualität in Nord-Nassau war, aus der Frauenarbeit verabschiedet. Franz wechselt zur Vereinten Evan-gelischen Mission (VEM) und wird noch im November nach Tansania reisen. Rund 150 Menschen haben in Herborn einen bewegenden Gottesdienst erlebt, in dem die Referentin von ihren Kolleginnen aus der Evangelischen Frauenarbeit verabschiedet und gleichzeitig von der VEM nach Tansania entsandt wurde.
Den Gottesdienst leiteten Pfarrerin Karin Böhmer und Kristin Flach-Köhler, Referentin in Rheinhessen. „Unser Gottesdienst zum Abschied von Stephanie Franz ist ein Erntedank-Gottesdienst, ein Dank für die Zeit, in der wir mit ihr zusammen arbeiten durften“, sagte Böhmer. In meditativen Texten zum Herbst, Fülle, Dank und aufkeimender Hoffnung, ge-sprochen von Kolleginnen von Stephanie Franz, wurden diese Fülle und die Früchte des gemeinsamen Wegs anschaulich beschrieben. Jutta Beldermann, Leiterin der Abteilung Deutschland des VEM in Wuppertal, leitete im Gottesdienst die Aussendung ein. Stephanie Franz wurde dann von Dr. Fidon Mwombeki, dem Generalsekretär der VEM, nach Tansania ausgesandt, begleitet von sechs Voten mit Segensworten.
Propst Michael Karg würdigte das Engagement von Stephanie Franz: „Sie hat neue Impulse in die Arbeit der Evangelischen Frauen in Nord-Nassau eingebracht und jüngere Frauen mit neuen Angeboten angesprochen. Ich sehe sie nicht gerne gehen, sie hätte auch hier ihren Weg machen können. Sie hat viele Talente. Ich habe erlebt, wie sie bei der Vollversamm-lung der VEM eine große Gruppe in Schwung brachte. Ich sage auf Wiedersehen, nächstes Jahr bei der Vollversammlung der VEM in Daressalam.“ Dekanin Annegret Puttkammer
überbrachte die Grüsse der Dekane und blickte auf die gute Zusammenarbeit im Dekanat Herborn und der Kirchengemeinde zurück, ebenso Anna Maria Kremer, Diözesanreferentin der Katholischen Frauen Deutschland, auf die ökumenische Zusammenarbeit und Elisabeth Steinhard für die Dekantsfrauen Bad Marienberg und die Schwesterngemeinschaft der VEM. Da Stephanie Franz auch seit vielen Jahren im CVJM Westbund aktiv ist, überbrach-ten Gudrun Meißner als ehemalige Bundessekretärin für Mädchenarbeit im CVJM-Westbund und Tanya Worth als gegenwärtige Referentin Grüße und dankten für das ehren-amtliche Engagement. Kornelia Kachunga, eine Teilnehmerin der Ökumenischen Wohnge-meinschaft des VEM in Wuppertal, die Franz bis Ende 2004 geleitet hatte, trug als Gruß mit ihrem afrikanischen Mann ein Lied vor, das die Gäste sehr rührte.
Sylvia Puchert sprach als geschäftsführende Pfarrerin des Frauenverbands: „Stephanie Franz hat mit ihrer Glaubensfreude Herzen geöffnet. Nun öffnet sie ein Fenster zur Ökume-ne.“ Sie überreichte als Abschiedsgeschenk des Verbands einen großen Karton mit dem gesamten Material des Fernstudiums Feministische Theologie. „Nicht dass sie das nötig hätte, sie hat es sich gewünscht, nun muss sie dafür einen Platz in der Überseekiste fin-den.“ Der Abschied von Stephanie Franz fällt vielen Frauen in Nord-Nassau schwer. Auch Sylvia Puchert bedauerte: „Wir freuen uns mit Stephanie Franz, dass ihre Wünsche in Erfül-lung gehen und sie in Tansania zur Pfarrerin ordiniert werden wird. Gleichzeitig bedauern wir sehr, sie als Referentin zu verlieren. Ihre fröhliche Art, ihre Gabe, auf Menschen zuzu-gehen und ihre Kompetenz als Theologin haben die Verbandsarbeit sehr bereichert.“
Stephanie Franz dankte zum Schluss allen: „Es fällt mir nicht leicht zu gehen, aber ich habe lange gewartet, fast zwanzig Jahre.“ Ursprünglich hatte sie bereits bei ihrem freiwilligen so-zialen Jahr bei der VEM ausreisen sollen, blieb dann aber in der Ökumenischen Werkstatt des VEM. Die weltweite Ökumene begleitet sie seither in allen ihren beruflichen Stationen. Bei Ihrem Rückblick sagte sie „Es war für mich eine gute Zeit in Nord-Nassau. Die evangeli-schen Frauen haben es mir ganz leicht gemacht, anzukommen und mich mit hineingenom-men in die Arbeit mit Frauen in ihren Dekanaten. Gemeinsam haben wir in den fünf Jahren viel erlebt. Bitte nehmen sie meine Nachfolgerin auch so gut auf.“ Und zur Feministischen Theologie bemerkte sie in ihrer unkomplizierten Art: „Zum Thema Feministische Theologie gibt es hier ja sehr unterschiedliche Stimmen. Dabei ist das doch ganz einfach, wenn Frau-en die Bibel lesen und darüber sprechen, ist das Feministische Theologie.“ Sie verabschie-dete sich mit einer Einladung nach Tansania: „Ich habe eine große Wohnung, kommen sie vorbei.“ Ab Mitte November wird sie in der Ost- und Küsten-Diözese der Evangelischen Lu-therischen Kirche von Tansania arbeiten und die deutsche Gemeinde in Daressalam betreuen. Die Stelle der Referentin für Frauen Bildung Spiritualität in Nord-Nassau soll zum 1. Januar wieder besetzt werden.
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