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Kamerun – Weltgebetstagsland 2010 Die Republik Kamerun nennt sich selbst „Afrika im Kleinen“. Das Land mit seiner 400 km langen Atlantikküste und einer Ausdehnung bis zum Tschadsee im Norden ist eine Brücke zwischen West- und Zentralafrika. Kamerun hat alles: schwarze Vulkansandstrände, noch ursprünglichen Regenwald, Wasserfälle, Mangrovensümpfe, Hochgebirge, Seen, Savanne und Sahelzone. Dazu mehr als 200 verschiedene Ethnien und Sprachen. Offiziell spricht man entweder Englisch (20 %) oder Französisch (80 %). Daneben dienen „pidgin-english“ und „camfranglais“ als Umgangssprachen. Das so genannte „camfranglais“ ist in den großen Städten sehr verbreitet. Es ist eine Mischung aus Französisch, Englisch und anderen lokalen Sprachen. Land der Camarões (Krabben) nannten im 15. Jahrhundert portugiesische Seefahrer und Entdecker Kamerun. Von 1884 bis 1918 nannte das Deutsche Reich die Region „Deutsches Schutzgebiet“, brachte u. a. Straßen und Schulen ins Land und „deutsche Bananen“ nach Berlin. Ab 1919 stand Kamerun unter dem Mandat des Völkerbundes und blieb bis zur Unabhängigkeit 1960/61 unter England und Frankreich aufgeteilt. Von Beginn an ist die Republik Kamerun eher eine Fassadendemokratie. Präsident Paul Biya regiert seit 1982 zunehmend selbstherrlich. Gut 18 Millionen Menschen leben in Kamerun, 50 % sind christlich (halb und halb kath. und ev.) geprägt, 40 % gehören animistischen Naturreligionen an, 20 % sind Moslems. Hexerei und Zauberei sind Phänomene, die landesweit vorkommen. Anders als im übrigen Afrika ist Kamerun relativ stabil: Es gibt kaum religiöse oder ethnische Konflikte. Ein schlimmes Übel aber ist die Korruption im zwischen Arm und Reich tief gespaltenen Land. Ein großes Problem der Landbevölkerung in Kamerun ist, dass sie ihre Lebensgrundlage durch die Ausweitung von kommerziellen Groß-Plantagen für Kautschuk, Bananen, Tee, Baumwolle und Kaffee verliert. Dies ist Folge einer Landreform, die traditionellen, gemeinschaftlichen Landbesitz missachtet. Vor allem Frauen, die – neben der Eigenversorgung – durch den Verkauf ihrer landwirtschaftlichen Produkte Einkommen erwirtschaften konnten, sind davon betroffen. Die Ausbreitung der Plantagen hat bis heute viele tausend Hektar Land vereinnahmt und Regenwälder unwiederbringlich zerstört. Besonders die Landbevölkerung der Küstenregion und des Südwestens ist betroffen. Mehr Informationen dazu und eine Kampagne, die die Forderungen der Kleinbauern unterstützt, im Internet unter www.fian.de. |
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