Logo

 

Themen/Angebote für Frauen

Geistliche Impulse zu den Monatssprüchen

Hier finden Sie jeden Monat feministisch-theologische Gedanken zu den aktuellen Monatssprüchen. Mal nachdenklich, mal schmunzelnd interpretiert Janine Knoop-Bauer, Pfarrerin und theologische Referentin, die alten biblischen Texte neu. Sie können für Gruppenarbeiten und Andachten genutzt werden.

Monatsspruch Juli

  • Steht doch da: „Darum bitte ich in meinen Gebeten, dass Eure Liebe immer reicher werde an Erkenntnis und Erfahrung, damit Ihr prüfen könnt worauf es wirklich ankommt.“ (Phil 1,9-10a BigS

Zwei Sachen gefallen mir an diesem Satz: Zum einen ist da einer, der mir sagt: „Ich bete für Dich!“ Das ist eine schöne Vorstellung: Jemand denkt an mich. Vielleicht ist er weit von mir entfernt, aber seinem Herzen bin ich wohl ganz nah. Er vertraut mich Gottes Schutz an und bittet Gott um etwas für mich. Mich tröstet dieser Gedanke. Für einander zu beten ist etwas ganz Grundlegendes für Christinnen und Christen. Unsere Gebete sind wie ein Netz aus Worten gewoben, das uns miteinander und mit Gott verbindet. Das finde ich schön.

Zum anderen finde ich den Wunsch gut: Meine Liebe soll reicher werden an Erkenntnis und Erfahrung, damit ich verstehe, worauf es wirklich ankommt. Ja, die Liebe ist wirklich eine Sache, in der es auf Erfahrung ankommt. Denn Lieben kann man ja auf so unterschiedliche Art und Weise! Da ist es gut zu erkennen, welche Art gerade dran ist. Was gut tut und was nicht. Denn manchmal heißt Liebe Nähe und manchmal heißt sie Abstand; manchmal heißt Liebe Reden und manchmal heißt sie Schweigen, manchmal heißt Liebe Sturm und manchmal eben Ruhe. Und das trifft nicht nur auf die Liebe in Partnerschaften zu. Auch auf die zwischen Geschwistern oder zu den Eltern, zu den Kindern und den besten Freund_Innen. Da ist es gut zu lernen, worauf es ankommt. Und noch besser ist es, eine Expertin an seiner Seite zu wissen, von der man lernen kann. Das ist Gott wohl, denn von ihr heißt es doch: „Gott ist die Liebe!“ Wenn sie nicht Bescheid weiß, wer sollte es dann wissen? Amen

Monatsspruch Juni

  • Steht doch da: „Wir sollen nicht auf Menschen hören, sondern vielmehr auf Gott.“ (BigS Apg 5,29)

Ich höre den Satz mit gemischten Gefühlen. Denn diese Worte werden häufig missbraucht. Oft geht es dabei um Hass und Ausgrenzung. Es geht darum, den eigenen Anspruch auf Wahrheit unantastbar zu machen für die Argumente anderer. Auch Selbstmordattentäter_innen rechtfertigen ihre Taten damit, dass sie Gott mehr gehorchen als den Menschen. Und so finde ich diesen Satz gefährlich. Doch, was will Gott eigentlich? Was heißt es denn, Gott zu gehorchen? Das war auch für die Menschen eine wichtige Frage, die mit Jesus unterwegs waren. Auch sie fragten sich: Was will Gott, dass wir tun? Als sie Jesus danach fragen, antwortet er mit dem Doppelgebot der Liebe: „Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen und Deinen Nächsten wie Dich selbst.“ Und an einer anderen Stelle geht Jesus sogar noch etwas weiter. Er sagt: „Liebet, die euch feindlich gegenüberstehen, und tut Gutes denen, die euch hassen. Heißt die willkommen, die euch fluchen, und betet für die, die euch schlecht behandeln.“ Gott zu gehorchen bedeutet also, den Menschen liebend zu begegnen, selbst dann, wenn ich nicht mit Gegenliebe rechnen kann. So gelesen taugt der Satz nicht dazu, andere auszugrenzen und sich gegen ihre Argumente immun zu machen. Und er taugt schon gar nicht dazu, Taten zu rechtfertigen, die anderen schaden. Es ist nicht möglich, im Namen dieses Gottes gewalttätig zu sein. „Wir sollen nicht auf Menschen hören, sondern vielmehr auf Gott.“ So schöpfe ich aus den Worten Kraft. Sie ermutigen mich dazu, mich aufzulehnen gegen die Logik der Kriegstreiber. Die Worte bestärken mich darin, den Menschen vertrauensvoll und freundlich zu begegnen. Auch wenn andere mich deswegen für naiv halten. Gott ist die Liebe und in Gottes Namen sollen wir einander lieben. Amen.

 

Monatspruch Mai 2017

  • Steht doch da: Euer Wort sei treffend, mit Salz gewürzt. (BigS Kol 4,6)

Das erinnert mich an ein Gedicht, das ich einmal in der Schule gelernt habe: Wünschelrute. Der Dichter Joseph Freiherr von Eichendorff hat es geschrieben: „Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort, und die Welt hebt an zu singen, triffst Du nur das Zauberwort.“ Ja, treffende Worte können eine große Wirkung haben. Manchmal sind sie wie Magie und öffnen neue Welten. Das Problem ist nur: es ist gar nicht so einfach die treffenden Worte zu finden! Die Bibel gibt hier einen Hinweis, den ich gut finde: Mit Salz sollen die treffenden Worte gewürzt sein. Das heißt: es sollen deutliche Worte sein. Worte, die nicht um den heißen Brei herum reden, sondern das Kind beim Namen nennen. Dafür bedarf es Klarheit. Erst wenn ich mir selbst darüber klar bin, was ich meine oder glaube, kann ich auch Worte finden, die treffen. Der Hinweis hilft mir aber auch dabei die Worte richtig zu bewerten, die an mich gerichtet sind. Denn manchmal sind es ja die Worte von anderen, die mir wie durch Zauberhand neue Welten eröffnen. Und das geschieht häufiger, wenn die Worte Klartext sprechen. Wenn ich spüre: Ich bin gemeint! Was hier gesagt wird gilt mir, ist durchdacht und keine allgemeingültige Floskel. Es wäre schön, wenn wir so miteinander umgehen könnten: mit gut gewürzten Worten. Die Welt würde für uns singen – davon bin ich überzeugt. Amen

 

 

Monatspruch April 2017

  • Steht doch da: „Was sucht Ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferweckt worden.“ (BigS Lk 24,5-6)

Etwas Lebendiges in Totem suchen? Das kenne ich! Immer dann nämlich, wenn ich mich nicht von Altem lösen kann, obwohl ich insgeheim weiß, dass es keine Zukunft hat. Das können Beziehungen sein, die abgestorben sind oder schlechte Angewohnheiten, die mich am Wachsen hindern. Manchmal sind es auch Dinge, die ich behalte, obwohl sie mich belasten und mein Leben erschweren. Warum ich trotzdem daran festhalte? Das hat ganz unterschiedliche Gründe: Manchmal halte ich mich lieber an dem Altbekannten fest, weil mir der Mut für das Unbekannte fehlt. Manchmal mangelt es mir auch einfach an Fantasie, um mir auszumalen, wie es anders weitergehen könnte. Ich glaube, so ähnlich ging es auch den Frauen, die Jesus damals in seinem Grab suchten. Sie hielten in ihrer Trauer an dem fest, was sie kannten. Jesus war gestorben. Er war tot. Sie wollten seinem toten Körper die letzte Ehre erweisen. Sie wollten noch einmal mit Jesus zusammen sein. Eine andere Idee hatten sie nicht von der Zukunft. Ihnen fehlte die Fantasie für dieses unvorstellbar Neue, was die Engel ihnen verkünden: Neues Leben, das über den Tod hinaus weist. Und das ist ja auch bis heute kaum vorstellbar. Jesus ist auferstanden! Der Lebendige ist nicht bei den Toten! Die Osterbotschaft ist eine radikale Absage an den Tod und eine Liebeserklärung an das Leben. Im Leben finden wir den Lebendigen. In allem, was dem Leben dient, können wir Gottes Spuren entdecken. Für mich ist das eine Ermutigung: mich von Altem zu lösen, wenn es mich am Wachsen hindert. Totes loszulassen. Auch wenn mir vielleicht heute noch die Fantasie für das Neue fehlt: Leben findet sich nicht im Toten - Amen.

 

Monatsspruch März 2017

  • Steht doch da: "In Gegenwart einer grauhaarigen Person stehe auf und erweise dem Angesicht eines alten Menschen Ehre, habe Ehrfurcht vor Deiner Gottheit – ich die Ewige." (Lev 19,32)

Gott, die Ewige, hat offensichtlich kein Problem mit grauen Haaren. Das hat sie mir deutlich voraus. Graue Haare gelten doch gerade bei Frauen als erstes Zeichen des Verfalls. Und dann wird gezupft, getönt und gefärbt. Ein Kampf gegen die Zeit. Und mit den Falten ist es ebenso. Ich frage mich: Was wäre, wenn Gottes Gebot in der Welt beherzigt würde. Ich meine: auch im Umgang mit sich selbst? Beim Blick in den Spiegel? Kein Entsetzen beim Anblick der ersten (zweiten und dritten) grauen Haare, sondern Respekt. Kein kritisches Glattstreichen der Falten, sondern ehrfürchtiges Staunen. Denn es ist doch auch ein Segen: Jedes graue Haar erinnert mich daran, wie lange ich schon auf dieser Welt bin. Ich habe das Glück, das Alter der grauen Haare zu erreichen. Und die Falten erst! Erzählt nicht jede davon eine Geschichte die mein Leben schrieb? Diese Spuren in der Landschaft meines Gesichtes – sie zeugen von überstandenem Kummer, vergangenen Ängsten, aber auch von ganz viel Lachen und Freude.  Die Ewige hat Recht: Graue Haare sind kein Grund sich zu schämen und Falten kein Anlass für Gram! Der Monatsspruch für diesen März gehört an jeden Spiegel – Amen.

 

Monatsspruch Februar 2017

  • Steht doch da: „Wo ihr aber in ein Haus eintretet, sagt als erstes: „Friede diesem Haus!“ (Lk 10,5)

Hätte das nicht jemand Donald Trump sagen können, bevor er ins Weiße Haus eingetreten ist? Jesus sagt diese Worte zu zweiundsiebzig Jüngerinnen und Jüngern, die er beauftragt, seine Botschaft zu verbreiten. Es brauchte offenbar schon damals viele Menschen, um die Friedensbotschaft in die Welt zu tragen. Die zwölf engsten Gefährten, die Jesus damals begleiteten, reichten nicht aus. Das ist bis heute so geblieben. Es kann gar nicht genug Menschen geben, die mit diesen Worten auf den Lippen unterwegs sind. Frieden! Von Haus zu Haus, von Land zu Land. Überall sollten wir einander so begrüßen. Darauf unsere Beziehungen bauen, Freundschaften schließen, Gemeinschaften gestalten. Frieden! Das ist Auftrag und Sehnsucht! Das ist Ziel und Verheißung. Da sind wir gefragt! Und das Schönste, Jesus verspricht: „Wenn dort Menschen leben, die Frieden lieben, wird euer Friede auf ihnen ruhen. Wenn aber nicht, wird der Friede auf euch zurückkommen.“ Wir haben also nichts zu verlieren. Worauf warten wir noch? Frieden diesem Haus und allen Häusern! Amen.

 

Monatsspruch Januar 2017

  • Steht doch da: „Ich werfe die Netze aus – auf Dein Wort!“ (Lk 5,5)

Die Netze auswerfen – die Fühler ausstrecken. Darauf vertrauen: Was mir begegnet, wird gut sein. Die Mühe lohnt! Mutig sein, ohne an die mögliche Enttäuschung zu denken. Simon, von dem Lukas diesen Ausspruch überliefert, traut sich das. Er vertraut Jesus. Auf sein Wort hin gibt er der Sache noch eine Chance und macht sich erneut auf. Obwohl er schon einmal gescheitert ist. Obwohl er schon enttäuscht wurde. Obwohl er weiß, was Vergeblichkeit ist. Jesus Wort gilt ihm mehr als die schlechten Erfahrungen. Es schenkt ihm Hoffnung gegen alle Erfahrung. Und er wird belohnt. Seine Netze füllen sich – auf Jesu Wort hin macht er einen großen Fang. Und sein Leben ändert sich von Grund auf.
Mit solch einem Vertrauen möchte ich ins neue Jahr starten. Mein Netz auswerfen. Tun, was zu tun ist und Gutes erwarten. Von den Menschen und vom Leben. Ich will auf das Wort lauschen, das mir diese Hoffnung schenkt: Gottes Wort aus noch unbekanntem Mund. Amen.

 

Monatsspruch Dezember

  • Steht doch da: „Ich sehne mich nach Dir, mächtig über uns, mehr noch als Wachende nach dem Morgen.“ (Ps 130,6)

Kennen Sie das auch: schlaflose Nächte? Nächte, in denen man den Morgen herbeisehnt, der die Dunkelheit vertreibt. Ich kenne das gut. Und ich glaube, es geht vielen Menschen so im Moment. Schlafen geht ja am besten in aller Seelenruhe – aber welche Seele hat schon gerade Ruhe? Es gibt im Moment so vieles, worüber man sich beunruhigen kann. Am Übergang zu einem neuen Jahr wird das besonders deutlich. Wie werden sich die Entscheidungen des Jahres 2016 in Zukunft auswirken? Was wird 2017 bringen? Wir dürfen wählen in unserem Land. Das wird auch den Alltag prägen im kommenden Jahr. Wie wird der Wahlkampf die Stimmung unter den Menschen beeinflussen? Werden die politisch aktiven Menschen mit Inhalten oder mit Emotionen Politik machen? Wie wird es möglich sein, dabei einen klaren Kopf und ein warmes Herz zu behalten? Das sind Fragen, die mir bisweilen den Schlaf rauben. Wie die Wachende sich nach dem Morgen sehnt, so sehne ich mich dann auch nach Dir, Gott. Paulus wünschte den Menschen einmal erleuchtete Augen des Herzens. Ich finde, die könnten wir auch heute gut gebrauchen. Die Jahreslosung für 2017 klingt wie Gottes Antwort auf diesen Wunsch: „Ich will Euch ein neues Herz geben und Euer Inneres mit neuer Geistkraft erfüllen, spricht Gott.“ (Ez 36,26) Möge die Ewige Ihr Versprechen wahr machen – Amen.

 

Monatsspruch November

  • Steht doch da: „Ganz fest steht für uns das prophetische Wort, und auch ihr tut gut daran, wenn es euch den Weg weist wie ein Licht, das an einem finsteren Ort scheint, bis der Tag hell anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht.“ (2. Petr 1,19)

Manchmal stehen da also auch Sätze, die mir direkt aus dem Herzen sprechen. Ich sehne mich nach einem guten Wort, das mir den Weg weist wie ein Licht. Denn manchmal kommt mir die Welt wirklich wie ein finsterer Ort vor. Ich denke an Aleppo in Syrien, ich denke an den Wahlkampf und die bevorstehende Wahl in den USA, ich denke an Übergriffe auf Minderheiten in unserem Land. Und immer wieder sind es Frauen, die in besonderer Weise gefährdet sind. Gerade in Zeiten, in denen die Welt so in Unordnung zu sein scheint wie im Moment, da braucht es ein Licht, das die Richtung weist. Und da fällt mir die Prophetin Maria ein. Sie singt ihr prophetisches Lied und ihre Worte geben bis heute Hoffnung. Sie singt von Gott, sie singt von der Ewigen, die bei all der Unordnung in der Welt den Überblick behält. Gott wird eine neue Ordnung herstellen, das ist ihre Botschaft. Es wird eine Ordnung sein, in der Recht und Gerechtigkeit herrschen, Mächtige von ihren Thronen gestürzt und all jene entmachtet werden, die sich hochmütig über andere erheben. Dieses prophetische Wort weist in eine ersehnenswerte Richtung. Von dort leuchtet uns schon jetzt der Morgenstern entgegen, der nicht nur über einem Stall in Bethlehem, sondern vor allem in unseren Herzen aufgehen soll – und wird! Amen.

 

Monatsspruch Oktober

  • Steht doch da: „Die Ewige ist Geistkraft, und wo die Geistkraft der Ewigen ist, da ist Freiheit“ (2 Kor 3,17 BigS)

Wo der Geist Gottes ist, da ist Freiheit! Da können Menschen aufatmen, weil sie sich nicht verbiegen müssen und nicht verbogen werden. Das gefällt mir! Aber heißt das auch: Wo Unfreiheit ist, da ist Gottes Geistkraft nicht? Das glaube ich nicht! Was sollte dann aus den Unterdrückten dieser Welt werden? Ich glaube, dass Gottes Geist gerade den Unfreien beisteht. Denen, die Unrecht leiden und Gewalt erfahren. Paulus legt mit seinen Worten eine Spur für uns, wenn wir Gottes Geistkraft suchen: Wo ist Gottes Geist? Da, wo Freiheit ist! Wo wir uns frei fühlen die Menschen zu sein, die wir sind, da ist die Wahrscheinlichkeit groß es mit Gottes Geistkraft zu tun zu haben. Zum anderen steckt auch eine Orientierungshilfe für unser Tun in Paulus Worten: Wie können wir handeln, dass Gottes Geist darin für andere sichtbar und spürbar wird? So nämlich, dass wir andere mit unserem Tun frei setzen. Sie also nicht einengen, verurteilen oder vorschnell bewerten. Wo Menschen beseelt von der Geistkraft Gottes handeln, da ist Freiheit, da werden Menschen frei.

 

Monatsspruch September

  • Steht doch da: „Gott spricht: Mit immerwährender Liebe habe ich Dich geliebt. Darum habe ich Dir beständige Güte geschenkt.“

Wenn sonst immerwährende Liebe geschworen wird, bekommt frau ja meistens einen Ring an den Finger gesteckt. Auch ein Geschenk und ohne Ende, weil er ja rund ist. Aber wie das oft so ist: auf Ewigkeit versteht der Mensch sich nicht eben gut. Und offensichtlich ist besonders die Liebe dabei ein schwieriges Terrain. Und wo Liebe zerbricht bleibt oft gar nichts Gutes übrig und gütig geht es dann schon gar nicht zu. Aber vielleicht ist das ja gerade Gottes Rezept für die Liebe? Liebe gepaart mit Güte? Wer gütig miteinander umgeht, lässt dem anderen Raum zum Atmen, zum Leben und auch zum Fehlermachen. Denn die gehören ja zum Leben dazu und damit auch zur Liebe.

 

Monatsspruch August

  • Steht doch da: „Habt Salz in Euch und lebt in Frieden miteinander!“ (Mk 9,50, BigS)

Wie soll es da friedlich zugehen, wo Menschen sich gesalzene Worte entgegen pfeffern. Gesalzene Worte haben es nämlich in sich. Ja, was denn? Aufrichtigkeit und Klarheit. Klar und pur kommen sie daher und nennen die Dinge beim Namen. Reden nicht drum herum, sondern geradeaus. Nach solchen Worten sehne ich mich manchmal. Sie wirken klärend und schenken Orientierung. Im Leben und in den Beziehungen, in denen man lebt.  Ich weiß dann, woran ich bin und der Frieden wird echt. Mit solchem Salz will ich die Suppe des Miteinanders gerne würzen und sie auch auslöffeln – miteinander in Frieden.

 

Monatsspruch Juli

  • Steht doch da: "Gott antwortete: Ich werde in meiner unermesslichen Schönheit dicht an Dir vorbeigehen und meinen Namen: Ich-bin-da vor Dir ausrufen. Ich will allen wohl, denen ich Wohlwollen schenken will. Ich leide mit allen, die ich bemitleiden will." (Ex 33,19, BigS)

Gott tut also, was sie will. Und schön ist sie auch. Das habe ich mir schon gedacht. Schönheit und Stärke, das sind Eigenschaften, die erfolgreich machen. Aber viele Menschen schüchtert das auch ein. In Märchen sind die schönen starken Frauen oft die bösen. Sind Schönheit und Stärke denn ein Grund zum Fürchten? Aber da steht ja auch: Gott schenkt Wohlwollen und leidet mit. Ich sehe da die Stärke der Empathie und die Schönheit der Barmherzigkeit. Das ist nicht zum Fürchten, aber zum Niederknien!

 

Monatsspruch Juni

  • Steht doch da: „Meine Stärke und mein Lied ist die Ewige, sie ist für mich zur Rettung geworden." (Ex 15,2, BigS)

Singen sollte man diese Zeile, denn es ist der Anfang eines Liedes. Es ist ein Flüchtlingslied. Die Israelit_innen singen es. Ich sehe Mirijam unter ihnen mit ihrer Pauke. Die Flucht ist gelungen. Sicher sind die Menschen durch das Meer gekommen. Die Freude ist überwältigend. Und ich wünsche mir: Ach, wäre dieses Lied doch auch heute hörbar. An den Stränden des Mittelmeers. Und die Kehle wird mir eng und ich mag nicht mehr singen, mein Herz schwer von Klage.

Monatspruch April 2017

  • Steht doch da: „Was sucht Ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferweckt worden.“ (BigS Lk 24,5-6)

Etwas Lebendiges in Totem suchen? Das kenne ich! Immer dann nämlich, wenn ich mich nicht von Altem lösen kann, obwohl ich insgeheim weiß, dass es keine Zukunft hat. Das können Beziehungen sein, die abgestorben sind oder schlechte Angewohnheiten, die mich am Wachsen hindern. Manchmal sind es auch Dinge, die ich behalte, obwohl sie mich belasten und mein Leben erschweren. Warum ich trotzdem daran festhalte? Das hat ganz unterschiedliche Gründe: Manchmal halte ich mich lieber an dem Altbekannten fest, weil mir der Mut für das Unbekannte fehlt. Manchmal mangelt es mir auch einfach an Fantasie, um mir auszumalen, wie es anders weitergehen könnte. Ich glaube, so ähnlich ging es auch den Frauen, die Jesus damals in seinem Grab suchten. Sie hielten in ihrer Trauer an dem fest, was sie kannten. Jesus war gestorben. Er war tot. Sie wollten seinem toten Körper die letzte Ehre erweisen. Sie wollten noch einmal mit Jesus zusammen sein. Eine andere Idee hatten sie nicht von der Zukunft. Ihnen fehlte die Fantasie für dieses unvorstellbar Neue, was die Engel ihnen verkünden: Neues Leben, das über den Tod hinaus weist. Und das ist ja auch bis heute kaum vorstellbar. Jesus ist auferstanden! Der Lebendige ist nicht bei den Toten! Die Osterbotschaft ist eine radikale Absage an den Tod und eine Liebeserklärung an das Leben. Im Leben finden wir den Lebendigen. In allem, was dem Leben dient, können wir Gottes Spuren entdecken. Für mich ist das eine Ermutigung: mich von Altem zu lösen, wenn es mich am Wachsen hindert. Totes loszulassen. Auch wenn mir vielleicht heute noch die Fantasie für das Neue fehlt: Leben findet sich nicht im Toten - Amen

Monatsspruch März 2017

  • Steht doch da: "In Gegenwart einer grauhaarigen Person stehe auf und erweise dem Angesicht eines alten Menschen Ehre, habe Ehrfurcht vor Deiner Gottheit – ich die Ewige." (Lev 19,32)

Gott, die Ewige, hat offensichtlich kein Problem mit grauen Haaren. Das hat sie mir deutlich voraus. Graue Haare gelten doch gerade bei Frauen als erstes Zeichen des Verfalls. Und dann wird gezupft, getönt und gefärbt. Ein Kampf gegen die Zeit. Und mit den Falten ist es ebenso. Ich frage mich: Was wäre, wenn Gottes Gebot in der Welt beherzigt würde. Ich meine: auch im Umgang mit sich selbst? Beim Blick in den Spiegel? Kein Entsetzen beim Anblick der ersten (zweiten und dritten) grauen Haare, sondern Respekt. Kein kritisches Glattstreichen der Falten, sondern ehrfürchtiges Staunen. Denn es ist doch auch ein Segen: Jedes graue Haar erinnert mich daran, wie lange ich schon auf dieser Welt bin. Ich habe das Glück, das Alter der grauen Haare zu erreichen. Und die Falten erst! Erzählt nicht jede davon eine Geschichte die mein Leben schrieb? Diese Spuren in der Landschaft meines Gesichtes – sie zeugen von überstandenem Kummer, vergangenen Ängsten, aber auch von ganz viel Lachen und Freude.  Die Ewige hat Recht: Graue Haare sind kein Grund sich zu schämen und Falten kein Anlass für Gram! Der Monatsspruch für diesen März gehört an jeden Spiegel – Amen.

 

Monatsspruch Februar 2017

  • Steht doch da: „Wo ihr aber in ein Haus eintretet, sagt als erstes: „Friede diesem Haus!“ (Lk 10,5)

Hätte das nicht jemand Donald Trump sagen können, bevor er ins Weiße Haus eingetreten ist? Jesus sagt diese Worte zu zweiundsiebzig Jüngerinnen und Jüngern, die er beauftragt, seine Botschaft zu verbreiten. Es brauchte offenbar schon damals viele Menschen, um die Friedensbotschaft in die Welt zu tragen. Die zwölf engsten Gefährten, die Jesus damals begleiteten, reichten nicht aus. Das ist bis heute so geblieben. Es kann gar nicht genug Menschen geben, die mit diesen Worten auf den Lippen unterwegs sind. Frieden! Von Haus zu Haus, von Land zu Land. Überall sollten wir einander so begrüßen. Darauf unsere Beziehungen bauen, Freundschaften schließen, Gemeinschaften gestalten. Frieden! Das ist Auftrag und Sehnsucht! Das ist Ziel und Verheißung. Da sind wir gefragt! Und das Schönste, Jesus verspricht: „Wenn dort Menschen leben, die Frieden lieben, wird euer Friede auf ihnen ruhen. Wenn aber nicht, wird der Friede auf euch zurückkommen.“ Wir haben also nichts zu verlieren. Worauf warten wir noch? Frieden diesem Haus und allen Häusern! Amen.

 

Monatsspruch Januar 2017

  • Steht doch da: „Ich werfe die Netze aus – auf Dein Wort!“ (Lk 5,5)

Die Netze auswerfen – die Fühler ausstrecken. Darauf vertrauen: Was mir begegnet, wird gut sein. Die Mühe lohnt! Mutig sein, ohne an die mögliche Enttäuschung zu denken. Simon, von dem Lukas diesen Ausspruch überliefert, traut sich das. Er vertraut Jesus. Auf sein Wort hin gibt er der Sache noch eine Chance und macht sich erneut auf. Obwohl er schon einmal gescheitert ist. Obwohl er schon enttäuscht wurde. Obwohl er weiß, was Vergeblichkeit ist. Jesus Wort gilt ihm mehr als die schlechten Erfahrungen. Es schenkt ihm Hoffnung gegen alle Erfahrung. Und er wird belohnt. Seine Netze füllen sich – auf Jesu Wort hin macht er einen großen Fang. Und sein Leben ändert sich von Grund auf.
Mit solch einem Vertrauen möchte ich ins neue Jahr starten. Mein Netz auswerfen. Tun, was zu tun ist und Gutes erwarten. Von den Menschen und vom Leben. Ich will auf das Wort lauschen, das mir diese Hoffnung schenkt: Gottes Wort aus noch unbekanntem Mund. Amen.

 

Monatsspruch Dezember

  • Steht doch da: „Ich sehne mich nach Dir, mächtig über uns, mehr noch als Wachende nach dem Morgen.“ (Ps 130,6)

Kennen Sie das auch: schlaflose Nächte? Nächte, in denen man den Morgen herbeisehnt, der die Dunkelheit vertreibt. Ich kenne das gut. Und ich glaube, es geht vielen Menschen so im Moment. Schlafen geht ja am besten in aller Seelenruhe – aber welche Seele hat schon gerade Ruhe? Es gibt im Moment so vieles, worüber man sich beunruhigen kann. Am Übergang zu einem neuen Jahr wird das besonders deutlich. Wie werden sich die Entscheidungen des Jahres 2016 in Zukunft auswirken? Was wird 2017 bringen? Wir dürfen wählen in unserem Land. Das wird auch den Alltag prägen im kommenden Jahr. Wie wird der Wahlkampf die Stimmung unter den Menschen beeinflussen? Werden die politisch aktiven Menschen mit Inhalten oder mit Emotionen Politik machen? Wie wird es möglich sein, dabei einen klaren Kopf und ein warmes Herz zu behalten? Das sind Fragen, die mir bisweilen den Schlaf rauben. Wie die Wachende sich nach dem Morgen sehnt, so sehne ich mich dann auch nach Dir, Gott. Paulus wünschte den Menschen einmal erleuchtete Augen des Herzens. Ich finde, die könnten wir auch heute gut gebrauchen. Die Jahreslosung für 2017 klingt wie Gottes Antwort auf diesen Wunsch: „Ich will Euch ein neues Herz geben und Euer Inneres mit neuer Geistkraft erfüllen, spricht Gott.“ (Ez 36,26) Möge die Ewige Ihr Versprechen wahr machen – Amen.

 

Monatsspruch November

  • Steht doch da: „Ganz fest steht für uns das prophetische Wort, und auch ihr tut gut daran, wenn es euch den Weg weist wie ein Licht, das an einem finsteren Ort scheint, bis der Tag hell anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht.“ (2. Petr 1,19)

Manchmal stehen da also auch Sätze, die mir direkt aus dem Herzen sprechen. Ich sehne mich nach einem guten Wort, das mir den Weg weist wie ein Licht. Denn manchmal kommt mir die Welt wirklich wie ein finsterer Ort vor. Ich denke an Aleppo in Syrien, ich denke an den Wahlkampf und die bevorstehende Wahl in den USA, ich denke an Übergriffe auf Minderheiten in unserem Land. Und immer wieder sind es Frauen, die in besonderer Weise gefährdet sind. Gerade in Zeiten, in denen die Welt so in Unordnung zu sein scheint wie im Moment, da braucht es ein Licht, das die Richtung weist. Und da fällt mir die Prophetin Maria ein. Sie singt ihr prophetisches Lied und ihre Worte geben bis heute Hoffnung. Sie singt von Gott, sie singt von der Ewigen, die bei all der Unordnung in der Welt den Überblick behält. Gott wird eine neue Ordnung herstellen, das ist ihre Botschaft. Es wird eine Ordnung sein, in der Recht und Gerechtigkeit herrschen, Mächtige von ihren Thronen gestürzt und all jene entmachtet werden, die sich hochmütig über andere erheben. Dieses prophetische Wort weist in eine ersehnenswerte Richtung. Von dort leuchtet uns schon jetzt der Morgenstern entgegen, der nicht nur über einem Stall in Bethlehem, sondern vor allem in unseren Herzen aufgehen soll – und wird! Amen.

 

Monatsspruch Oktober

  • Steht doch da: „Die Ewige ist Geistkraft, und wo die Geistkraft der Ewigen ist, da ist Freiheit“ (2 Kor 3,17 BigS)

Wo der Geist Gottes ist, da ist Freiheit! Da können Menschen aufatmen, weil sie sich nicht verbiegen müssen und nicht verbogen werden. Das gefällt mir! Aber heißt das auch: Wo Unfreiheit ist, da ist Gottes Geistkraft nicht? Das glaube ich nicht! Was sollte dann aus den Unterdrückten dieser Welt werden? Ich glaube, dass Gottes Geist gerade den Unfreien beisteht. Denen, die Unrecht leiden und Gewalt erfahren. Paulus legt mit seinen Worten eine Spur für uns, wenn wir Gottes Geistkraft suchen: Wo ist Gottes Geist? Da, wo Freiheit ist! Wo wir uns frei fühlen die Menschen zu sein, die wir sind, da ist die Wahrscheinlichkeit groß es mit Gottes Geistkraft zu tun zu haben. Zum anderen steckt auch eine Orientierungshilfe für unser Tun in Paulus Worten: Wie können wir handeln, dass Gottes Geist darin für andere sichtbar und spürbar wird? So nämlich, dass wir andere mit unserem Tun frei setzen. Sie also nicht einengen, verurteilen oder vorschnell bewerten. Wo Menschen beseelt von der Geistkraft Gottes handeln, da ist Freiheit, da werden Menschen frei.

 

Monatsspruch September

  • Steht doch da: „Gott spricht: Mit immerwährender Liebe habe ich Dich geliebt. Darum habe ich Dir beständige Güte geschenkt.“

Wenn sonst immerwährende Liebe geschworen wird, bekommt frau ja meistens einen Ring an den Finger gesteckt. Auch ein Geschenk und ohne Ende, weil er ja rund ist. Aber wie das oft so ist: auf Ewigkeit versteht der Mensch sich nicht eben gut. Und offensichtlich ist besonders die Liebe dabei ein schwieriges Terrain. Und wo Liebe zerbricht bleibt oft gar nichts Gutes übrig und gütig geht es dann schon gar nicht zu. Aber vielleicht ist das ja gerade Gottes Rezept für die Liebe? Liebe gepaart mit Güte? Wer gütig miteinander umgeht, lässt dem anderen Raum zum Atmen, zum Leben und auch zum Fehlermachen. Denn die gehören ja zum Leben dazu und damit auch zur Liebe.

 

Monatsspruch August

  • Steht doch da: „Habt Salz in Euch und lebt in Frieden miteinander!“ (Mk 9,50, BigS)

Wie soll es da friedlich zugehen, wo Menschen sich gesalzene Worte entgegen pfeffern. Gesalzene Worte haben es nämlich in sich. Ja, was denn? Aufrichtigkeit und Klarheit. Klar und pur kommen sie daher und nennen die Dinge beim Namen. Reden nicht drum herum, sondern geradeaus. Nach solchen Worten sehne ich mich manchmal. Sie wirken klärend und schenken Orientierung. Im Leben und in den Beziehungen, in denen man lebt.  Ich weiß dann, woran ich bin und der Frieden wird echt. Mit solchem Salz will ich die Suppe des Miteinanders gerne würzen und sie auch auslöffeln – miteinander in Frieden.

 

Monatsspruch Juli

  • Steht doch da: "Gott antwortete: Ich werde in meiner unermesslichen Schönheit dicht an Dir vorbeigehen und meinen Namen: Ich-bin-da vor Dir ausrufen. Ich will allen wohl, denen ich Wohlwollen schenken will. Ich leide mit allen, die ich bemitleiden will." (Ex 33,19, BigS)

Gott tut also, was sie will. Und schön ist sie auch. Das habe ich mir schon gedacht. Schönheit und Stärke, das sind Eigenschaften, die erfolgreich machen. Aber viele Menschen schüchtert das auch ein. In Märchen sind die schönen starken Frauen oft die bösen. Sind Schönheit und Stärke denn ein Grund zum Fürchten? Aber da steht ja auch: Gott schenkt Wohlwollen und leidet mit. Ich sehe da die Stärke der Empathie und die Schönheit der Barmherzigkeit. Das ist nicht zum Fürchten, aber zum Niederknien!

 

Monatsspruch Juni

  • Steht doch da: „Meine Stärke und mein Lied ist die Ewige, sie ist für mich zur Rettung geworden." (Ex 15,2, BigS)

Singen sollte man diese Zeile, denn es ist der Anfang eines Liedes. Es ist ein Flüchtlingslied. Die Israelit_innen singen es. Ich sehe Mirijam unter ihnen mit ihrer Pauke. Die Flucht ist gelungen. Sicher sind die Menschen durch das Meer gekommen. Die Freude ist überwältigend. Und ich wünsche mir: Ach, wäre dieses Lied doch auch heute hörbar. An den Stränden des Mittelmeers. Und die Kehle wird mir eng und ich mag nicht mehr singen, mein Herz schwer von Klage.

Ihre Ansprechpartnerin

Janine Knoop-Bauer Janine Knoop-Bauer

Janine Knoop-Bauer
Theologische Referentin

Janine Knoop-BauerTelefon 06151 66 90-153

Mitglied bei den Evangelische Frauen werden

Mitglied werden

Genießen Sie die Vorteile!

Mehr Infos
Anmeldung zum Newsletter der Evangelische Frauen

Newsletter bestellen

hier bitte E-Mail-Adresse eintragen