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Kraft ihrer Überzeugung: 150 Frauen feiern Reformationsjubiläum

tl_files/userImages/Startseite/GoDi_Kraft.jpgDarmstadt, 9. September 2017. „Wie schöpft man Kraft aus seiner Überzeugung? Was macht Frauen stark, für ihre Überzeugungen einzustehen und auch gegen Widerstände Kirche und Gesellschaft zu gestalten?“ Mit diesen Fragen eröffnete Janine Knoop-Bauer den ökumenischen Gottesdienst anlässlich des Reformationsjubiläums am 9. September in der Darmstädter Kirche St. Ludwig, zu dem der Landesverband Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V. gemeinsam mit der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), dem Bund alt-katholischer Frauen und dem Referat Erwach-senenseelsorge im Bistum Mainz eingeladen hatte. „Seit Jahrhunderten wirken Frauen in der Welt und in der Kirche – Kraft ihrer Überzeugung“, so die theologische Referentin des Landesverbands weiter. „Was gab den Frauen zur Zeit der Reformation ihre Kraft? Was lässt uns heute unerschütterlich für unsere Überzeugung eintreten?“

Mehr als 150 Frauen waren gekommen, um gemeinsam mit dem ökumenischen Team diesen Gottesdienst zu feiern und mehr über drei wegweisende Frauen aus den unterschiedlichen konfessionellen Traditionen der Mitwirkenden zu erfahren: Katharina Staritz, Madeleine Delbrel und Amalie de Lassaulx. Katharina Staritz (1903 – 1953) kämpfte in der Zeit des Nationalsozialismus für die ChristInnen jüdischer Abstammung. Sie war davon überzeugt, dass es die Aufgabe und Pflicht aller Pfarrerinnen und Pfarrer sei, sich besonders für die stark zu machen, die unter den Nürnberger Rassegesetze zu leiden hatten. Für diese Haltung wurde sie von Kirche und Staat abgekanzelt und im KZ Ravensbrück inhaftiert. Erst nach dem Krieg erfolgte ihre Rehabilitierung und sie wurde zur ersten verbeamteten Pfarrerin der EKHN. Madeleine Delbrel (1904 – 1964) war eine Tochter aus gutem Haus, der viele Wege offen standen. Sie entschied sich ganz gegen die Prägung des Elternhauses für einen religiösen Weg. Dabei wollte sie sich bewusst auf die alltägliche Realität einer Arbeiterstadt einlassen und ein ganz normales Leben unter den Leuten führen. Ihre Wohnung sollte eine offene Tür haben und durch ihr Lebenszeugnis wollte sie Menschen in Berührung mit Gott bringen. Als die so genannten Arbeiterpriester von der katholischen Kirche offiziell verboten werden sollten, reiste sie persönlich nach Rom, um das zu verhindern. Amalie de Lassaulx (1815 – 1872) schließlich lebte als Schwester Augustine als Borromäerin in Bonn und leitete dort als Hausoberin das Bürgerhospital sowie die Hausapotheke. Nach dem ersten Vatikanischen Konzil geriet sie in Konflikt mit ihrem katholischen Glauben. Sie erklärte immer wieder, dass sie Kraft ihrer Überzeugung zwar am alten katholischen Glauben festhielte, aber an die Unfehlbarkeit des Papstes nicht glauben könne. Schließlich wurde sie ihres Amtes enthoben und einige Zeit später aus dem Orden ausgeschlossen.

Drei Frauen, die nach ihren Überzeugungen lebten und gekämpft haben. Nicht nur gegen gesellschaftliche Konventionen, sondern auch gegen kirchliche Strukturen, die sie reformieren und verändern wollten. Ihre Überzeugungen haben die Zeit überdauert. Ihr Leben ist zu einem Zeugnis dafür geworden, für Gerechtigkeit, gelebten Glauben und Mut – konfessionsübergreifend. So die Botschaft des ökumenischen Gottesdienstes. Klangstarke, raumfüllende Musik und eine szenische Darstellung des Bibeltextes Lk 18, 1-8 ergänzten die Botschaften der drei Frauen und machten den Gottesdienst zu einem sinnlichen Erlebnis – nicht zuletzt dank der intensiven und kenntnisreichen Vorbereitung durch das ökumenische Team. Beim gemeinsamen Imbiss im Anschluss an den Gottesdienst wurde die Gemeinschaft der Frauen über konfessionelle Grenzen hinweg noch einmal deutlich spürbar.

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