Logo

 

Nachrichten

Nachrichten

Wir müssen lernen, mit Vielfalt umzugehen: Besuch des Kirchenpräsidenten Dr. Volker Jung beim Vorstand der Ev. Frauen in Hessen und Nassau e.V.

tl_files/userImages/Presse/EFHN_Gespraech_KP.jpgKirchenpräsident Dr. Volker Jung spricht mit Vorstand des Landesverbands Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V. über kirchliche Frauenarbeit im Kontext der aktuellen Genderdebatte

Darmstadt, 15. Februar 2019. „Die zunehmende Vielfalt der Religionen, der Geschlechter, der Informationsmöglichkeiten durch die neuen Medien: das alles macht es immer schwieriger, sich zurecht zu finden“, so Kirchenpräsident Dr. Volker Jung am vergangenen Freitag im Gespräch mit dem Vorstand von Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V. „Viele Menschen wünschen sich hier von Kirche den Gegenentwurf einer heilen Welt. Aber das ist nicht unser Selbstverständnis.“ Ausgangspunkt war die Frage nach der Rolle kirchlicher Frauenarbeit im Kontext der aktuellen Genderdiskussion. Immer mehr Unternehmen und Institutionen haben inzwischen eine/n Genderbeauftragte/n – und stehen vor der Frage: Braucht es daneben auch noch eine/n Frauenbeauftragte/n? Also: Braucht es neben dem Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit trotzdem noch den frauenspezifischen Blick? Und wie steht die Evangelische Kirche zu dieser Frage? 

„Genderarbeit profitiert von einer starken Frauenlobby“, ist Angelika Thonipara, geschäftsführende Pfarrerin im Frauenverband, überzeugt. „Auch 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts bleibt bei vielen Themen die spezielle Frauenthematik erhalten.“ So unter anderem bei der aktuellen Debatte um den Paragrafen 219a StGB, der es Frauenärzt*innen weiterhin erschwert, über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren: Anders als die EKHN, die eine klarstellende Unterscheidung der Begriffe „Werbung“ und "Information" für erforderlich hält, plädiert der Frauenverband für die ersatzlose Streichung des Paragrafen. Er kriminalisiere Ärzt*innen und missachte die Lebenswirklichkeit von Frauen. „Im Kern geht es hier um ein rein frauenspezifisches Thema, da die Frau hier elementar mit ihrem Körper betroffen ist“, so Thonipara. „Solange Schwangerschaft und Carearbeit für Frauen ein finanzielles Risiko bedeuten, solange Frauen nicht zugetraut wird, über ihren Körper und das neue Leben eigenverantwortlich entscheiden zu können und sie reglementiert werden im Hinblick darauf, wann und wo sie Informationen zu medizinischen Eingriffen erhalten – solange braucht es eine starke Frauenlobby.“ 

„Genderdiskussion und die Transgender-Debatte sind keine Bedrohung für die Frauenarbeit“, ist auch der Kirchenpräsident überzeugt. „Ich habe diesen Gegensatz nie verstanden – für mich gehört beides ganz selbstverständlich dazu.“ Wie komplex solche Themen sind und wie differenziert sie betrachtet werden müssen, zeige auch der gesellschaftliche Kontext, in dem die Frage Gender versus Frauenarbeit zurzeit diskutiert wird. Populistische Strömungen machen sich die Debatte zunutze, um für die Abschaffung von Genderstellen zu argumentieren. „Gesellschaftliche Debatten werden immer polarisierter und ideologisierter. Sie sind symbolisch aufgeladen und häufig nur noch an der politischen Gesamtlage orientiert. Dabei geht leicht das Individuum verloren, das Einzelschicksal gerät aus dem Blick. Wir werden lernen müssen, mit der zunehmenden Vielfalt umzugehen.“

Zurück

Ihre Ansprechpartnerin

Mareike Rückziegel Mareike Rückziegel

Mareike Rückziegel
Öffentlichkeitsarbeit

Mareike RückziegelTelefon 06151 66 90-165

Spendenprojekte

Mitglied bei den Evangelische Frauen werden

Mitglied werden

Genießen Sie die Vorteile!

Mehr Infos
Anmeldung zum Newsletter der Evangelische Frauen

Newsletter bestellen

hier bitte E-Mail-Adresse eintragen

Verwendung von Cookies
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies.
Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK