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Katharina-Zell-Preis 2020

Diakonische Gemeinschaften erhalten Katharina-Zell-Preis
Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V. ehrt herausragendes diakonisches Engagement

Darmstadt, 06. September 2020. „Die Liebe Gottes ist mit Ihnen und durch Sie konkret geworden: Sie alle haben Mut gezeigt, auch gegen Widerstände das Leben im christlichen Sinne zu gestalten“, so Angelika Thonipara, geschäftsführende Pfarrerin im Landesverband Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V.. Der Verband hat am 6. September den diesjährigen Katharina-Zell-Preis verliehen. Preisträgerinnen sind drei diakonische Gemeinschaften: der Evangelische Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V., das Diakonissenhaus Frankfurt und die Elisabeth-Gemeinschaft Darmstadt e. V. . Sie erhielten den Preis in Anerkennung ihrer entschlossenen kirchlich-diakonischen Arbeit. „Die drei Verbände sind beeindruckende Beispiele für ein mutiges und fröhliches Miteinander in Gemeinschaften, die durch die Geschichte hinweg professionell auf die Bedürfnisse der Zeit reagierten und so bis heute zu einem guten Leben für alle beigetragen haben“, so Thonipara weiter. „Hier wird christlicher Glaube zur Weltverantwortung und zum tätlichen Dienst an der Gemeinschaft. Ihre Arbeitsfelder lagen und liegen in der Kranken- und Altenpflege, in der Sozialarbeit und in der Kinderbetreuung. Sie engagieren sich in besonderem Maße für Menschen an den Rändern der Gesellschaft. Überzeugt und überzeugend haben sie die christliche Idee der Nächstenliebe in die Welt getragen und sind dabei zu wichtigen und unverzichtbaren Akteuren in der Sozialwirtschaft geworden.“ Darüber hinaus haben die Schwesternschaften alternative Lebensformen angeboten und es Frauen so schon früh möglich gemacht, unverheiratet einen qualifizierten Beruf auszuüben und in einer geistlichen Gemeinschaft zu leben.

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ – das ist der Verbandsspruch, unter dem die Frauenarbeit auf dem Gebiet der EKHN zusammengefasst ist. Der Text aus dem 2. Timotheus-Brief erinnert an die Vielfalt des Lebens und an Jesus – der Menschen aus Schatten und Vergessenheit hervorholt, ihnen Würde verleiht, Gerechtigkeit verschafft und immer wieder ein neues Miteinander eröffnet. „Wie Timotheus fordern auch wir uns gegenseitig immer wieder zu dieser Nachfolge auf“, erinnert Thonipara in ihrer Predigt anlässlich der Preisverleihung. „Dazu braucht es die Verbände, Vereine, die Diakonie und die Kirche – und die diakonischen Gemeinschaften, wie wir sie heute ehren und auszeichnen.“

Der Evangelische Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V. wirkt heute mit seiner Arbeit in rund 80 Kliniken, Alten- und Pflegeeinrichtungen bundesweit in die Gesellschaft hinein und ist ein wichtiger Akteur im Gesundheitssektor. Vor 125 Jahren als evangelische Schwesternschaft von und für Frauen gegründet gehören der evangelischen Lebens- und Dienstgemeinschaft heute Frauen und Männer gleichermaßen an: Diakonieschwestern und -brüder leben ganz normal zur Miete – allein, zu zweit, in einer WG, in einer Familie mit Kindern oder in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung. Sie alle verbinden in ihrem Pflegealltag fachliche und soziale Kompetenz mit christlicher Nächstenliebe. Ein wichtiger Grundsatz von Anfang an war die angemessene Bezahlung weiblicher Fachkräfte. 2019 feierte der Diakonieverein sein 125-jähriges Jubiläum.

Auch die Diakonissen und Schwestern im Diakonissenhaus Frankfurt bauten im Laufe ihrer 150-jährigen Geschichte eine reiche Arbeit auf: Altenheim, Kindergarten, Hort und Ausbildungsstätten für Krankenpflege und Sozialpädagogik gehörten dazu. Die Diakonissen arbeiteten auch in der Gemeindekrankenpflege, in Kindergärten und Frauen- sowie Jugendgruppen. Zur Zeit der Nationalsozialisten distanzierte sich das Frankfurter Diakonissenhaus von der Kirchenleitung der Deutschen Christen. Im Diakonissenhaus fanden Treffen der Bekennenden Kirche statt, die Forderung der Kirchenleitung, dass Mitglieder des Vorstands der NSDAP angehören sollten, wurde abgelehnt. Heute bietet das Frankfurter Diakonissenhaus mitten in der Großstadt einen Ort der Stille und Kontemplation, an dem christliche und unkomplizierte Gastfreundschaft gepflegt wird. Die im Laufe der Jahrzehnte entstandenen Einrichtungen wurden teilweise von anderen Trägern übernommen und professionell weitergeführt.

Die Elisabeth-Gemeinschaft Darmstadt e.V. bietet mit ihrem „Laden“ mitten in Darmstadt eine wichtige Anlaufstelle für Menschen, die sich einsam fühlen, das Gespräch suchen, finanzielle oder andere Nöte haben. Im Laden finden sie Unterstützung, auch beim Lesen und Ausfüllen von Formularen oder beim Gang zu Ämtern und Ärzten. Die diakonische Schwesternschaft hat ihre Wurzeln im Elisabethenstift Darmstadt, das allen Generationen weit über die Stadt hinaus ein Begriff ist. 1858 wurde das Diakonissenmutterhaus gegründet und kontinuierlich ausgebaut mit Gemeindekrankenpflege, Paramentenwerkstatt, Kinderhaus und Ausbau eines Krankenhauses mit Hospiz. Heute werden diese Einrichtungen  von anderen anerkannten Trägern weitergeführt. Die Diakonissen haben hierfür den Grundstein gelegt.

„Mit Freude und Stolz nehmen wir den Katharina-Zell-Preis für unsere Diakonische Gemeinschaft entgegen“, so Oberin Constanze Schlecht, Evangelischer Diakonieverein Berlin-Zehlendorf. „Danke, dass Sie die Lebensleistung von unzähligen Frauen (und heute auch Brüdern) ehren, für die ihr Glaube Verpflichtung und Auftrag war und ist. Der Katharina-Zell-Preis ist uns eine Verpflichtung, auch zukünftig einzustehen für die Rechte von Benachteiligten und auf Unterstützung angewiesene Menschen, für Frauen in Kirche und Diakonie, in Gesellschaft und Politik, in unserem Land und in unserer Welt.“

Mit dem Katharina-Zell-Preis würdigt der Landesverband Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V. jedes Jahr eine Frau aus Kirche, Diakonie und Gesellschaft, die sich in besonderer Weise engagiert hat. Der Preis in Form eines silbernen Flugblattes ist benannt nach der Reformatorin Katharina Zell, die Zeit ihres Lebens für ihre Überzeugungen kämpfte. Sie schrieb theologischen Streitschriften, setzte sich für Flüchtlinge ein und gründete eine Akademie für junge protestantische Theologen. Mehrfach wurde sie unter Schweigearrest gestellt, doch sie ließ sich den Mund nicht verbieten – mittels Flugblätter brachte sie ihre tiefe Überzeugung eines liebenden Gottes zu den Menschen. Die diesjährige Preisverleihung an die drei diakonischen Gemeinschaften fand am 6. September 2020 im Rahmen eines Gottesdienstes im Frankfurter Diakonissenhaus statt.

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