Wir fordern: Keine Gewalt!
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Für wirksamen Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt
Unterstützen Sie unsere Forderung an die Hessische Landesregierung: Setzen Sie sich mit ihrer Postkarte dafür ein, dass das Gewalthilfegesetz in Hessen konsequent umgesetzt wird und alle Betroffenen Zugang zu Schutz, Beratung und Unterstützung erhalten.
Machen Sie mit bei unserer Orange-Days-Aktion und schicken Sie jetzt ihre Postkarte ab!
Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt wirksam umsetzen
Geschlechtsspezifische Gewalt ist kein individuelles Schicksal, sondern ein strukturelles Problem, das wirksamen staatlichen Schutz und verlässliche Unterstützung erfordert. Mit dem Gewalthilfegesetz wurden auf Bundesebene wichtige Grundlagen für einen besseren Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt geschaffen. Entscheidend ist nun, dass diese Vorgaben auch in Hessen konsequent umgesetzt und mit den notwendigen finanziellen und strukturellen Ressourcen hinterlegt werden. Denn in den Ländern werden die Weichen dafür gestellt, ob betroffene Menschen tatsächlich flächendeckend Zugang zu Schutz, Beratung und Unterstützung erhalten. Dafür braucht es eine verlässliche und bedarfsgerechte Infrastruktur ebenso wie eine starke und dauerhaft abgesicherte Gleichstellungs- und Präventionsarbeit.
POSTKARTENAKTION IM RAHMEN DER ORANGE DAYS 2026
Im Rahmen der diesjährigen Orange Days vom 25. November bis zum 10. Dezember fordern wir deshalb als Landesverband Evangelische Frauen in Hessen und Nassau die Hessische Landesregierung auf, das Gewalthilfegesetz konsequent, bedarfsgerecht und nachhaltig umzusetzen und den Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt in Hessen strukturell abzusichern.
Mit unserer Postkartenaktion richten wir uns an das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, in dessen Zuständigkeit der Gewaltschutz fällt. Wir unterstützen dabei auch die Forderungen der Petition „Frauenrechte schützen!“: Gleichstellung darf nicht geschwächt, sondern muss als zentrale Voraussetzung für wirksamen Schutz vor Gewalt dauerhaft gestärkt und angemessen finanziert werde n. Dafür stellen wir hier ein Postkartenset (gegen Spende), Aufkleber und weitere Materialien mit zentralen Forderungen zur Umsetzung des Gewalthilfegesetzes zur Verfügung sowie Textbausteine und Formulierungshilfen zur Personalisierung der Botschaften.
aktionsmaterialien
Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen – Forderungen zur Umsetzung des Gewalthilfegesetzes in Hessen an Ministerin Heike Hofmann
1. Bedarfserfassung und verbindliche Ausbauplanung für Hessen
Ermitteln Sie den tatsächlichen Bedarf an Schutz- und Beratungsangeboten in Hessen und legen Sie auf dieser Grundlage einen verbindlichen Ausbauplan für ein Hilfesystem vor, in dessen Entwickelung die beteiligten Akteur*innen (Fachverbänden, Kommunen und Trägern) frühzeitig einbezogen werden. Eine fundierte Bedarfsanalyse ist essenziell um Schutzplätze, Beratungsangebote und Unterstützungsstrukturen bedarfsgerecht und nachhaltig auszubauen. Es braucht klare Ziele, Zeitpläne und Verantwortlichkeiten für konkrete Verbesserungen und eine solide Umsetzung des Gewalthilfegesetzes.
2. Flächendeckenden Zugang zu Schutz und Beratung sicherstellen
Sorgen Sie dafür, dass alle von Gewalt betroffenen Frauen und ihre Kinder in Hessen schnell und wohnortnah Zugang zu Schutz, Beratung und Unterstützung erhalten. Noch immer gibt es erhebliche Versorgungslücken, insbesondere in den ländlichen Regionen. Priorisieren Sie die Leerstellen, die nach einer Bedarfserfassung sichtbar werden. Schutz vor Gewalt darf nicht vom Wohnort abhängig sein.
3. Hilfsangebote barrierearm und diskriminierungsfrei ausbauen
Stellen Sie sicher, dass Schutz- und Beratungsangebote allen Betroffenen offenstehen, unabhängig von Behinderung, Herkunft, Sprachkenntnissen, Aufenthaltsstatus, Alter, Geschlechtsidentität oder besonderen Lebenslagen. Gewalt wirkt intersektional – Diskriminierung aufgrund von Behinderung, Erfahrungen von Armut, Rassismus oder Flucht, sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität verschärfen Gewalterfahrungen und erschweren Zugang zu Hilfe. Ein wirksames Hilfesystem muss die Bedarfe aller Betroffenen von Beginn an mitdenken.
4. Frauenhäuser und Beratungsstellen finanziell absichern
Schaffen Sie schnell verlässliche Finanzierungsvereinbarungen für Frauenhäuser und Fachberatungsstellen und sorgen Sie dafür, dass zusätzliche Mittel einen tatsächlichen Ausbau des Gewaltschutzes ermöglichen. Nur dauerhaft gesicherte Strukturen ermöglichen es Trägern, Personal zu halten, Angebote auszubauen und Betroffene zuverlässig zu unterstützen. Das Hilfesystem kann nur wachsen, wenn neue Ressourcen hinzukommen. Eine bloße Umverteilung bestehender Mittel verbessert die Versorgung von Betroffenen nicht.
5. Täterarbeit als Prävention zum Durchbrechen von generationellen Gewaltzyklen
Verankern Sie Täterarbeit und Prävention flächendeckend und finanziell in der hessischen Gewaltschutzstrategie, um Gewaltzyklen nachhaltig zu durchbrechen und zukünftige Generationen besser vor Gewalt zu schützen. Viele Menschen, die Gewalt ausüben, haben selbst Gewalt erlebt oder miterlebt. Qualifizierte Präventions- und Täterarbeit hilft, das Weitergeben von Gewalt über Generationen hinweg zu verhindern und langfristig zu einer gewaltfreieren Gesellschaft beizutragen. Deshalb ist es wichtig, Täterarbeit als Gewaltschutzmaßnahme auszubauen!
Tipps zum Postkartenschreiben
- Adressieren Sie die Postkarte an: Ministerin Heike Hofmann
Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales Postfach 31 40 65021 Wiesbaden - Sprechen Sie in der Postkarte Ministerin Heike Hofmann direkt an (z.B. Sehr geehrte Frau Ministerin, Sehr geehrte Frau Hofmann).
- Schreiben Sie höflich, aber gerne persönlich – individuelle Botschaften und Geschichte haben oft mehr Wirkung als Standardfloskeln.
- Zur Inspiration können Sie trotzdem gern auf die Inspirationsbausteine auf dieser Seite zurückgreifen, es empfiehlt sich allerdings, sie Ihrem persönlichen Sprachempfinden etwas anzupassen.
- Fassen Sie sich kurz, konzentrieren Sie sich auf eine Forderung oder eine Botschaft.
- Nutzen Sie die Aufkleber mit dem QR-Code, um auf alle Forderungen zu verweisen.
- Schicken Sie die Postkarten einzeln oder gesammelt (z.B. in einem großen Briefumschlag oder auch als Päckchen) an die oben genannte Adresse.
Weitere Möglichkeiten, die Aktion zu unterstützen:
- Organisieren Sie eine Schreibaktion vor Ort (Anregungen dazu finden Sie auf dieser Seite).
- Informieren Sie andere über die Aktion und verbreiten Sie die Materialien.
- Auslegen von Postkarten oder Aufklebern bei Veranstaltungen oder in Einrichtungen
- Beiträge zur Aktion auf Social Media teilen.
Unsere Forderungen bei Social Media sichtbar machen:
Im November wollen wir die Forderungen auch auf Social Media sichtbar machen. Dafür suchen wir Menschen, die ein kurzes Video aufnehmen, in dem sie zum Beispiel erzählen,
- warum ihnen wirksamer Gewaltschutz wichtig ist,
- warum die Umsetzung des Gewalthilfegesetzes Priorität haben sollte oder
- welche Forderung ihnen besonders am Herzen liegt.
Die Videos können unkompliziert mit dem Smartphone aufgenommen werden. Es geht nicht um professionelle Produktionen, sondern um persönliche Stimmen. Alles, was es braucht, ist eine leise Umgebung und Ihre kurze Botschaft im Hochformat von 30 bis 90 Sekunden. Wenn Sie so ein Video beizusteuern möchten, freuen wir uns über eine Zusendung bis zum 20. Oktober 2026. Falls Sie mitmachen wollen, es aber erst später schaffen, noch Fragen haben oder einen Link benötigen, um uns Ihr Video zu schicken, melden Sie sich bitte bei Clara Böhme.
Damit wir die Beiträge für unsere Kanäle nutzen können, behalten wir uns eine redaktionelle Bearbeitung der eingesandten Videos vor. Dies kann beispielsweise Kürzungen, die Auswahl einzelner Ausschnitte oder die Zusammenstellung mit anderen Beiträgen umfassen. Eine Freigabe oder Abnahme der fertigen Videos durch die Einsendenden kann aus organisatorischen Gründen nicht erfolgen.
Inspirationsbausteine
Satzanfänge, die Raum für persönliche Erfahrungen, Werte oder Beobachtungen lassen:
- „Als Mutter / Großmutter / Tante / Wegbegleiterin vieler junger Menschen weiß ich, dass …“
- „In meinem beruflichen/ehrenamtlichen Umfeld erlebe ich, wie wichtig es ist, dass …“
- „Es bewegt mich, dass noch immer …“
- „Ich wünsche mir eine Politik, die …“
- „Meine Generation sollte nicht mit ansehen müssen, wie …“
- „Kein Kind sollte erleben müssen, dass …“
- „Damit Gewalt sich nicht von einer Generation zur nächsten fortsetzt, braucht es …“
- „Wer Gewalt verhindern will, muss auch …“
- „Für mich gehört zu einer gerechten Gesellschaft, dass …“
Kurze Schlusssätze (auch zum Kombinieren):
- „Ich bitte Sie, dieses wichtige Anliegen mit Nachdruck voranzubringen.“
- „Bitte machen Sie Hessen zu einem Vorbild beim Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt.“
- „Kein Mensch sollte Angst vor Gewalt haben müssen.“
- „Schutz vor Gewalt ist ein Grundrecht, kein Privileg.“
- „Gewalt gegen Frauen ist kein Randthema!“
Thematische Bausteine
Hilfe für alle und Verantwortung des Landes
Wer von Gewalt betroffen ist, muss Hilfe bekommen – unabhängig von Herkunft, Behinderung, Aufenthaltsstatus, Identität oder Wohnort. Dafür trägt das Land Verantwortung! Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass Hessen dieser Verantwortung gerecht wird!
Nicht auf Kosten bestehender Angebote
Der Ausbau des Hilfesystems darf nicht durch Umschichtung vorhandener Mittel finanziert werden. Es braucht zusätzliche Investitionen, damit bestehende Einrichtungen gestärkt und neue Angebote aufgebaut werden können.
Nächstenliebe und Gerechtigkeit
Christliche Nächstenliebe bedeutet, Menschen in Not nicht allein zu lassen. Bitte sorgen Sie für eine langfristige Finanzierung von Frauenhäusern, Beratungsstellen und Präventionsangeboten. Schutz vor Gewalt darf nicht vom Haushalt einer Kommune abhängen.
Gewaltkreisläufe durchbrechen
Wer Gewalt erlebt hat, trägt ihre Folgen oft ein Leben lang. Deshalb sind Gewaltschutz und Prävention untrennbar miteinander verbunden. Bitte stärken Sie Hilfsangebote für Betroffene und qualitätsgesicherte Täterarbeit, damit Gewaltkreisläufe durchbrochen und kommende Generationen geschützt werden.
Zukunft ohne Gewalt
Ich wünsche mir ein Hessen, das nicht nur auf Gewalt reagiert, sondern sie verhindert. Investieren Sie in Prävention, Bildungsarbeit und qualitätsgesicherte Täterarbeit.
Solidarische Gesellschaft
Eine Gesellschaft ohne Gewalt entsteht nicht allein durch Strafen. Sie braucht Schutz, Beratung, Prävention und Unterstützung für Veränderung. Bitte setzen Sie das Gewalthilfegesetz so um, dass Gewalt verhindert wird, bevor sie sich in Familien und über Generationen hinweg fortsetzt.
Hier finden Sie Anregungen für eigene Schreibaktionen:
petition frauenrechte schützen: unterzeichnen sie jetzt!
Sie wollen noch mehr tun? Unterzeichnen Sie die Petition „Frauenrechte schützen!“ der LAG Hessischer Frauen- und Gleichstellungsbüros: Die LAG fordert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern, die strukturelle Absicherung und die auskömmliche Finanzierung der kommunalen und behördlichen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Hessen. Denn Gleichstellung ist eine verfassungsrechtliche Pflichtaufgabe – Versuche, sie durch Bagatellisierung, Stellenstreichungen oder die Verlagerung ins Ehrenamt auszuhöhlen, müssen gestoppt werden! Die LAG fordert die Landesregierung auf, ihrer gesetzlich verankerten Aufgabe nachzukommen und den Verfassungsauftrag umzusetzen.