Über Wahres und Unwahres: Studientag und Preisverleihung
Der Umgang mit der Wahrheit hat sich verändert. Falschinformationen, manipulierte Fakten, KI – Menschen fühlen sich verunsichert. Wie kann Wahres von Unwahrem unterschieden werden? Welche Absicht steckt hinter der Überflutung mit Informationen? Welche Rolle spielen dabei die evangelische Kirche, der Glaube? Und wie bleibe ich resilient? Der Studientag „Wenn die Wahrheit auf der Strecke bleibt“ beschäftigt sich mit diesen Fragen. „Es geht um nichts weniger als um Erhalt und Stärkung der Demokratie“, sagt Anja Schwier-Weinrich, geschäftsführende Pfarrerin im Landesverband. „Um Freiheit in einer sich verändernden Welt: Wir erleben, wie politische Akteure mit Behauptungen und gezielter Desinformation arbeiten, wie sich durch soziale Medien jede Nachricht millionenfach verbreiten kann und Künstliche Intelligenz Bilder, Videos und Texte erzeugt, deren Wahrheitsgehalt kaum noch zu erkennen ist. Dadurch verändern sich politische Debatten. Umso wichtiger ist es, dass wir die Fähigkeit bewahren, zu unterscheiden, einzuordnen und nach der Wahrheit zu fragen. Genau darin liegt eine zentrale Aufgabe für unsere Gesellschaft – und auch für die Kirche.“
Keynotes sorgen für Information und Klarheit, mit dabei: Prof. Dr. Claudia Paganini (Religionsphilosophin), Reinhard Bingener (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Prof. Dr. Beate Hofmann (Bischöfin der EKKW), Florian Schroeder (Kabarettist) und Gesine Cukrowski (Schauspielerin und Aktivistin) und die diesjährige Preisträgerin des Katharina-Zell-Preises, die Journalistin und ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann.
Die Macht der Unwahrheit
„Wir müssen uns fragen, was passiert, wenn sich in der Politik nicht mehr danach entscheidet, ob eine Aussage wahr oder falsch ist, sondern danach, ob sie Aufmerksamkeit erzeugt und die eigene Anhängerschaft mobilisiert“, sagt Wolfgang H. Weinrich, Vorsitzender des Pfarrerinnen- und Pfarrervereins in der EKHN. „Donald Trump steht dafür wie kaum ein anderer Politiker. Aber die Entwicklung reicht weit über ihn hinaus. Mit Künstlicher Intelligenz kommt eine neue Dimension hinzu: Wir können künftig nicht mehr selbstverständlich davon ausgehen, dass das, was wir sehen und hören, tatsächlich stattgefunden hat. Damit verändert sich nicht nur unsere Medienwelt, sondern auch die politische Kultur. Wenn alles möglich und alles manipulierbar erscheint, droht am Ende nicht nur die Lüge zu gewinnen – sondern die Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit.“
Der Studientag findet statt am 7. September von 9:30 bis 15:30 Uhr (im Anschluss Katharina-Zell-Preisverleihung bis 17 Uhr) in der jugend-kultur-kirche sankt peter (Bleichstraße 33, 60313 Frankfurt am Main), Teilnahmegebühr 85 Euro (inkl. Verpflegung). Die Veranstaltung ist als Fortbildung in der EKHN und der EKKW anerkannt; wer keine Fortbildung beantragen kann, kann zum reduzierten Preis von 45 Euro teilnehmen.
Es sind noch wenige Plätze frei, Anmeldung bitte an studientag2026@pfarrverein-ekhn.de.
Der Studientag ist eine gemeinsame Veranstaltung des Landesverbands mit dem Pfarrerinnen- und Pfarrerverein in der EKHN.
Foto: F.A.Z. (Reinhard Bingener), EKKW (Beate Hofmann), Frank Eidel (Florian Schroeder), BR / Markus Konvalin (Sophie von der Tann), CC BY-SA 4.0 (Claudia Paganini, Gesine Cukrowski)
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