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Gott als Kintsugi-Künstler*in unseres Lebens

„Aktion Lucia – Licht gegen Brustkrebs“ – unter diesem Motto laden engagierte Ehrenamtliche in der EKHN jedes Jahr im Brustkrebsmonat Oktober zu meditativen Abendandachten für Betroffene und ihre Angehörigen ein. Unterstützt vom Landesverband Evangelische Frauen erarbeiten sie hierfür eine Andacht und greifen damit den Impuls der Frauenselbsthilfe Krebs auf, die bundesweit zur Aktion einlädt. „Unter dem Titel ‚Heil und heil werden‘ regt die diesjährige Andacht an, über Heil‑Sein und Heil‑Werden neu nachzudenken, zusammenzukommen und sich in goldenen Segen zu hüllen“, sagt Sarah Eßel, Referentin Frauenarbeit im Landesverband.

Die diesjährige Andacht „Heil und heil werden“ kann ab sofort kostenlos hier heruntergeladen werden. Sie wurde vollständig von Ehrenamtlichen der Frauenselbsthilfe Krebs und Engagierten aus der EKHN erarbeitet: Angela Beck, Heidemarie Haase, Dorothee Köhler, Ulrike Kress, Susanna Paechnatz, Eva-Maria Schindler und Gabriele Wegert. Die Autorinnen laden dazu ein, das Verhältnis von Gesundheit und Krankheit neu zu denken und zu fragen, was uns heil werden lässt. „Gesundheit ist zur gesellschaftlichen Norm geworden“, heißt es in der Andacht. „Doch damit schließen wir diejenigen aus, die nicht gesund sind. (…) Krankheit gehört zum Leben, ohne dass wir deren Ursachen immer erklären oder begründen können. Und sie sagt nichts über den Wert eines Menschen vor Gott aus. Glaube kann aber in Zeiten von Krankheit den Raum der heilenden Gottesnähe eröffnen.“ Denn zum Gesundsein gehört mehr als die rein körperliche Gesundheit: Es geht auch um Gesundheit in Beziehungen, um das Leben in gesunder, tragender Gemeinschaft. In dieser Gemeinschaft kann Heilwerden dann im ganzheitlichen Sinn geschehen.

Eingehüllt in Gold: Verletzungen dürfen sichtbar bleiben

In der Andacht bringt das alte japanische Kintsugi-Handwerk diese Botschaft zum Ausdruck: Bei dieser traditionellen Kunst wird zerbrochene Keramik mit einer Mischung aus Lack und Goldpulver repariert, so dass die Bruchstellen betont und dem Objekt eine neue, einzigartige Schönheit verliehen werden. Es bleibt sowohl das Alte als auch das Neue erkennbar – mit Narben aus Gold: „Brüche, Verletzungen und Risse dürfen beim Heilwerden Teil unserer Geschichte bleiben – ohne dass sie uns definieren.“ Dementsprechend beinhaltet der Entwurf ein Goldstaubritual, bei dem die Teilnehmer*innen nicht mit Öl, sondern mit einem Goldpuder „gesalbt“ werden: Sie werden golden eingehüllt in den Glanz und die Liebe Gottes.

Raum für Trauer, Information und Hoffnung

Eingeladen zu den Abendandachten im Rahmen der Aktion Lucia sind von Brustkrebs Betroffene, Angehörige, Männer und Frauen. Die Aktion stärkt Solidarität, klärt auf und gibt dem persönlichen Andenken Raum. Auch in diesem Jahr werden zum Ausklang wieder Kerzen angezündet, die symbolisch für die Anzahl an Brustkrebs verstorbener Frauen stehen: „Jeden Tag sterben in Deutschland 51 Frauen an Brustkrebs“, sagt Anja Schwier-Weinrich, geschäftsführende Pfarrerin im Landesverband. „Die Andachten sind ein Ort für Trauer, aber auch für Information und Hoffnung.“

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