Orange Days: Landesverband fordert wirksamen Gewaltschutz in Hessen
Mit einer Postkarte ein Zeichen für wirksamen Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt setzen – dazu ruft der Landesverband Evangelische Frauen in Hessen und Nassau anlässlich der diesjährigen Orange Days auf. Die Postkarten richten sich an das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales und fordern die Landesregierung dazu auf, das Gewalthilfegesetz konsequent, bedarfsgerecht und nachhaltig umzusetzen. „Gesetze allein schützen noch keine Menschen. Entscheidend ist, dass von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffene Menschen tatsächlich Zugang zu Schutz, Beratung und Unterstützung haben“, sagt Clara Böhme, Referentin Frauen*politik im Landesverband. „Mit unserer Postkartenaktion wollen wir deshalb deutlich machen: Hessen muss jetzt die richtigen Weichen für einen wirksamen und verlässlichen Gewaltschutz stellen.“
Mit Postkarten politisch ein Zeichen setzen
Für die Aktion stellt der Landesverband gegen Spende ein Set mit zwölf Postkartenmotiven zur Verfügung, außerdem Inspirationsbausteine zur Personalisierung der Botschaften sowie Anregungen zur Durchführung eigener Schreibaktionen. Aufkleber zu den zentralen Forderungen zur Umsetzung des Gewalthilfegesetzes unterstützen die Aktion. „Persönliche Postkarten sind in Zeiten überwiegend digitaler Kommunikation ein wirkungsvolles Mittel, um politischen Entscheidungsträger*innen zu zeigen, dass diese Anliegen von vielen Menschen getragen werden“, sagt Clara Böhme. „Mit den Inspirationsbausteinen wollen wir den teilnehmenden Menschen Mittel an die Hand geben, individuelle Botschaften zu verfassen, die verdeutlichen, warum ihnen Gewaltschutz und Prävention wichtig sind.“
Das Aktionsmaterial kann ab sofort bei Mechthild Köhl (Telefon: 06151 62706-26, mechthild.koehl@evangelischefrauen.de) bestellt werden und ist unter www.evangelischefrauen.de/gewaltschutz veröffentlicht. „Wir laden dazu ein, die Postkarten zu nutzen und der Landesregierung ein deutliches Signal zu senden: Gewaltschutz darf nicht vom Wohnort, kurzfristigen Finanzierungsversprechen und politischen Entscheidungen, die in jeder Legislatur neu erkämpft werden müssen, abhängig sein. Hessen braucht einen Gewaltschutz, der flächendeckend, bedarfsgerecht und dauerhaft gesichert ist.“
Jetzt kommt es auf die Umsetzung in Hessen an
Mit dem Gewalthilfegesetz wurden auf Bundesebene wichtige Grundlagen für den Schutz vor geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt geschaffen. Das Gesetz verpflichtet die Länder, eine bedarfsgerechte Infrastruktur für Schutz und Beratung aufzubauen und langfristig sicherzustellen. „Jetzt kommt es auf die Umsetzung in den Ländern an“, sagt Clara Böhme: „Hier werden die Weichen dafür gestellt, ob betroffene Menschen flächendeckend und verlässlich die Unterstützung erhalten, die sie brauchen. Wir wollen, dass aus dem gesetzlichen Anspruch auch ein tatsächlicher Zugang zu Hilfe in der Lebensrealität der Menschen wird: Frauenhäuser, Fachberatungsstellen und weitere Hilfsangebote müssen ausreichend vorhanden, gut erreichbar und dauerhaft finanziell abgesichert sein.“
Die Hessische Landesregierung hat angekündigt, 2026 mit dem Prozess zur Umsetzung des Gewalthilfegesetzes zu beginnen. Nach eigenen Angaben sollen dabei eine Bestands- und Bedarfsanalyse sowie ein Entwicklungs- und Finanzierungsplan erarbeitet werden. „Dabei ist entscheidend, dass dieser Prozess konsequent am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet wird und die Fachpraxis sowie die Träger der bestehenden Hilfsangebote einbezogen werden“, sagt Clara Böhme. „Nur so kann Hessen sicherstellen, dass Schutz und Unterstützung dort ankommen, wo sie gebraucht werden – verlässlich, flächendeckend und dauerhaft.“
Über die Orange Days
Die Orange Days finden jährlich vom 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, bis zum 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, statt. Sie machen weltweit auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam und rufen dazu auf, sich für ein Ende geschlechtsspezifischer Gewalt einzusetzen.
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